Oberpetersdorf

Vor- und Frühgeschichte: Steinzeitliche Hügelgräber und Keltensiedlung

Die Besiedelung des Gebietes liegt sicher weiter zurück, was durch Funde von steinzeitlichen Hügelgräbern zwischen Oberpetersdorf und Sieggraben und einer Keltensiedlung in Schwarzenbach bestätigt wird.

1222 n. Chr.: "villa petri comitis" - Das Dorf des Grafen Peter

Eine Schenkungsurkunde des ungarischen Adeligen Pousa aus dem Jahre 1222 bestätigt das Bestehen des Ortes Oberpetersdorf. Diese Urkunde beschreibt genau die Grenzen des Herrschaftsbereiches des ungarischen Königs Andreas II.; darin wird das jetzige Oberpetersdorf, erstmals "villa petri comitis", das Dorf des Grafen Peter, urkundlich genannt.

1302-1346: Die Grafen von Mattersdorf erwerben Oberpetersdorf

Um 1302 haben die Grafen von Mattersdorf Simon II. und Michael um 200 Wiener Denare Oberpetersdorf erworben. 1346 wurden die Besitzungen der Grafen von Mattersburg unter den Nachkommen Nikolaus dem Deutschen und Nikolaus dem Ungarn aufgeteilt, womit der Niedergang der Familie begann.

Als das Gebiet der Herrschaft Kobersdorf an die Forchtensteiner Grafen kam, wurden Oberpetersdorf und das Gebiet des späteren Kalkgruben mit der Herrschaft Kobersdorf vereinigt.

1445-1452: Mehrmalige Verpfändungen der Burg Kobersdorf, Einleitung der Reformation durch die Familie Weißpriach

Im Jahr 1445 verpfändetet Graf Wilhelm von Forchtenstein die Burg Kobersdorf mit der Pertinenz Oberpetersdorf an Herzog Albrecht von Österreich, und dieser wiederum verkaufte sie 1451 an Kaiser Friedrich III. Damit begann für die Gemeinde die habsburgische Zeit, die 1626 endete.

Die Herrschaft Kobersdorf gelangte 1452 infolge einer weiteren Verpfändung an die Familie Weißpriach, die durch Hinneigung zur Reformation auch in userer Gemeinde die Glaubensänderung einleitete. Weißpriach schloß sich mit anderen österreichischen Adeligen der Reformation an.

ab 1564: Das Geschlecht der Csóron übernimmt die Herrschaft

Ab 1564 war Johann Csóron de Devecser Baron von Kobersdorf. Um 1568 wurden von ihm Lindgraben, Tschurndorf und Neudorf gegründet. 1585 wurde Oberpetersdorf zwischen den Töchtern Csórons geteilt. In Folge zersplitterte der Besitz unter den Erben und das Geschlecht der Csóron starb aus.

ab 1638: Johann Kery übernimmt die Herrschaft

1638 übernahm Johann Kery die Herrschaft. Sein Sohn Franz Kery und der Verwalter Andreas Miklossy haben 1683 ihre Untertanen durch Gewalt zu Übertritt zum katholischen Glauben gebracht.

ab 1704: Fürst Paul Esterhàzy erwirbt die Herrschaft

Im Jahr 1704 wird die Herrschaft Kobersdorf durch Paul Esterházy erworben. Heute gehören den Esterházys noch große land- und forstwirtschaftliche Flächen, die durch die Stiftungen verwaltet und bewirtschaftet werden.

1888: Erstes evangelisches Schulgebäude in Oberpetersdorf

Bis zur Einführung der allgemeinen Schulpflicht im Jahr 1769 erhielten die Kinder ihre Ausbildung in Pfarrschulen. Ab dieser Zeit besuchten alle Kinder der benachbarten Gemeinden, die evangelische bzw. katholische Schule in Kobersdorf. 1888 wurde von den Evangelischen in Oberpetersdorf ein Bauernhaus gekauft und zu einer Schule für ihre Kinder umgebaut.

ab 1950: Stromversorgung, Kanalisierung, Bau des Gemeindezentrums

In der Nachkriegszeit wurden von der Gemeinde und von Interessensgemeinschaften einige Projekte in Angriff genommen, wie z.B.: 1950 die Stromversorgung, 1952 wird der hölzene Glockenstuhl durch ein Massivbauwerk ersetzt, 1959 die Gemeinschaftskühlanlage und eine Viehwaage, 1957 die Milchsammelstelle, 1958 das erste Rüstauto und eine Motorspritze für die Ortsfeuerwehr, 1960-62 der Neubau der Volksschule, der Baubeginn der Kanalisation für die Ortsflächenentwässerung und die Errichtung des neuen Sportplatzes, 1964 der Beginn des Straßenbaues, 1967-69 der Bau des Gemeindehauses mit 3 Wohnungen. 1970-71 der Weiterbau der Ortsstraße, die Errichtung der Ortswasserleitung, der Ausbau der Abwasserkanalisationsanlagen und der schrittweise Ausbau der Gemeindestraßen. Fertigstellung des Straßenausbaues Ende des Jahres 2002. Übergabe eines neuen Rüstfahrzeuges für die freiwillige Feuerwehr Oberpetersdorf im Mai 2003.